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bevor ihr das lest...
nein ich ritze mich nicht!
ich bin NICHT suizidgefährdet!!!!
ich hab keine tiefgründigen psychische probleme (hoff ich^^)
ich mag nur irgendwie solche gedichte die irgendwie tiefgründig sind und traurig^^...



hat keinen titel...

Und nun stetz ich meinem leben das ende
legte mein herz in deine hände
doch du liest es fallen und trats drauf rumm...
warum war ich nur so endlos dumm?
Nun sitz ich hier mit leerer seele
und gebrochener ehre
meine augen füllen sich mit tränen
so kann es nich weiter gehen
du allein warst der sinn in meinem leben
und ich hätte für dich alles gegeben
meine welt ist nur noch dunkelheit
ein trüber schleier aus einsamkeit
werd nie mehr in der lage sein gefühle zu geben
wozu soll ich dann noch weiterleben???



Die Zerstörung des ICH!

Du hast meine Seele zerstört
und mich einfach nur kaputt gemacht
ich habe tagelang geweint
doch du hast nur gelacht
hättest du mir mal ernsthaft in die Augen gesehen,
sähest du darin ein verzweifeltes flehen
und Tränen, Tränen die meine Augen überfluten
Tränen kommend aus meiner Seele
und meinem Herzen die nicht aufhören wollen zu bluten
warum tust du das nur mit mir,
warum behandelst du mich wie ein räudiges Tier?
War es zwar nie anders gewohnt
doch bei dir tuts so weh
fühle mich von dir verhohnt
jedes mal wenn ich dich voll Seelenschmerz anfleh
doch dieses Flehen nimmst du nicht wahr
du zerstörst mich ganz und gar!




Liebe bis in den Tod

Aus dem Jenseits schaue ich hinab
ich sehe direkt auf mein verwittertes Grab
dort ist niemand der Trauer trägt
keiner der mir zum abschied eine träne schenkt
ich hab es nicht erwartet doch ich hoffte es
das wenigsten DU da stehst und einen Abschiedsgruß da lässt
doch kaum war ich weg, hast du mich vergessen
hast du es nicht bemerkt? ich war von dir besessen
ich hab dich geliebt, ich hätte dir alles gegeben
doch nun ist schluss mit dem einsamen, naiven Leben
ich konnt dich nicht gehen lassen und so ging ich
doch denke dran, auch im Tod liebe ich dich
ich wollte nur das du glücklich bist
meines Lebens verlosch die Gnadenfrist
du allein ergabst Sinn in meinem einsamen Leben
doch du liest mich fallen und so hab ich es nur zu gern hergegeben
freiwillig verließ ich eine Welt
die mir schon seit langem nicht mehr gefällt
ich konnte nicht mehr, ich wollte nicht mehr
aber bitte vergiss nie ICH LIEBE DICH SO SEHR!!!


Selbstmordgedanken

Selbstmordgedanken
sie kommen und gehen
Selbstmordgedanken
kaum einer kann sie verstehen
Selbstmordgedanken
hab ich mehr und mehr
Selbstmordgedanken
nach dem Freitod sehn ich mich so sehr
Selbstmordgedanken
sie kommen und gehen
Selbstmordgedanken
ich kann ihnen nicht entfliehen
Selbstmordgedanken
bald ist es so weit
Selbstmordgedanken
dann hat meine Seele die unendliche Freiheit
Selbstmordgedanken
könnts was besseres geben?
Selbstmordgedanken
will nicht mehr so weiter leben...
Selbstmordgedanken
Knarre oder Klinge?
Selbstmordgedanken
oder ist das beste die Schlinge?
Selbstmordgedanken...

Meine Melancholie

Mit einer Rasierklinge treichel ich meine arme
Zu sehen wie mein blut läuft
Bringt meinem Herzen die einzige Wärme

Ich habe die Lust am Leben verloren
Doch hoffe immer noch auf schöne Stunden
Bin vom Schicksal zum leiden auserkoren
Und alle streuen Salz in meine frischen Wunden

Ich habe versucht es zu vergessen
Doch bin gescheitert
Nun bin ich von dieser Idee besessen
Und seh die Wunde am Arm- sie eitert

Meine Melancholie schreckt viele ab
Und ich hab das Gefühl ich steh vor meinem eigenem Grab
Müsste nur noch reinspringen
Doch wer würde für mich Totenlieder singen?

Habe angst auch im Jenseits allein zu sein
Einsam auf einer Wolke zu sitzen und nur noch zu weinen
Ertrage diese Einsamkeit nicht mehr…
Nach dem Tode sehn ich mich so sehr

Doch was wenn die Einsamkeit wirklich anhällt?
Wenn dieser neu gewordene Engel gleich wieder fällt
in einer neuen, schlimmeren Hölle erwacht
Unterdrückt mich dann eine neue Macht?



Das schwarze Loch

Depressive Traurigkeit
schwarzes Loch der Einsamkeit
Hass aus dem tiefsten meines Herzen
ein Leben lan voller seelischer Schmerzen
kein Ausweg aus diesem schwarzen Loch
was bringen mir die Jahre noch?
Dies schwarze Loch seit nun mehr 17 Jahren
hab in dem Zeitraum kaun Gutes erfahren
Was soll ich tun? Was soll ich machen?
Kann nicht weinen, kann nicht lachen!
Hab ANGST davor Schwäche zu zeigen
ANGST davor jahre lang weiter zu schweigen
schweigen aus ANGST der Unverständniss
ohne eine innere, tiefere Erkentniss
Die vereinzelten freudigen Stunden
sind später wieder in der Einsamkeit entschwunden



...Schwarz ist die Farbe der Geborgenheit
Schwarz ist die Erde, in der das Samenkorn wächst
Dunkel ist es im Mutterleib, der das Ungeborene schützt
Alles Gute wächst im Dunkeln, bevor es stark genug ist ans Licht zu treten...


Bittere Tränen der Sehnsucht,
ungerufen sie kommen und schmerzen.
Sie sind wie Nadeln in der Dunkelheit,
die Messerstiche in meinem Herzen.
Kalt die Schale schon, nichts mehr fühlend,
doch noch nicht das heiße Blut ausmerzend.
So schlägt es leise vor sich hin,
doch schon lange ohne Sinn.



Warum quäl ich mich so sehr?
Warum lieb ich dich von tag zu tag mehr?
Mein herz könnt jedes mal aufs neue zerbrechen
wenn sich unsere blicken treffen
bringst mir schmerz, bringst mir leid
und eine wolke aus traurigkeit
und trotzdem lieb ich dich so sehr
und das wie schon erwähnt von tag zu tag mehr



Lebe und du wirst verletzt und gehasst,
Sterbe und du wirst geliebt und vermisst



So sitz ich hier an meinem tisch
auf einmal wird’s feucht auf meinem gesicht
seh die tränen wie sie rollen
obwohl sie sich nicht zeigen sollen
sie rollen langsam und bedächtig
über mein errötetes gesicht
tropfen langsam am kinn hinab
in mein, von mir selbst ausgehobenes grab
und das alles nur wegen einem mann
welcher mir allein das glück bringen kann
doch statt des glückes bringt er mir trauer
und das macht mich schon beinahe sauer
doch böse sein auf ihn kann ich nicht
und deswegen rollen weiter tränen über mein gesicht
ein gesicht überflutet vom traurigen meer
mein schatz, ich liebe dich so sehr
doch dieses sagen kann ich dir nicht
und so rollen weitere tränen über das schon fast aufgeweichte gesicht.


Als ich geboren wurde,
habe ich Augen zum Sehen
und ein Herz zum Leben bekommen...
doch keiner hat mir gesagt,
dass ich mit diesen Augen weinen
und mit dem Herzen leiden muss.



Wenn du stirbst, zerfällt dein Körper in tausend Sterne
und jeder, der in den Himmel schaut, liebt die Nacht
und damit auch DICH



Friedrich Schiller-Leichenphantasie

Mit erstorbnem Scheinen
steht der Mond auf todtenstillen Hainen,
seufzend streift der Nachtgeist durch die Luft-
Nebelwolken schauern,
Sterne trauern
Bleich herab, wie Lampen in der Gruft.
Gleich Gespenstern, stumm und hohl und hager,
zieht in schwarzem Todtenpompe dort
ein Gewimmel nach dem Leichenlager
unterm Schauerflor der Grabnacht fort.
Zitternt an der Krücke
wer mit düstrem, rückgesunknem Blicke,
ausgegossen in ein heulend Ach,
schwer geneckt vom eisernen Geschicke,
schwangt dem stumgetragnen Sarge nach?
floß es "Vater" von der Jünglings Lippe?
Nasse Schauer, schauern fürchterlich
durch sein gramgeschmolzenes Gerippe,
seine Silberhaare bäumen sich.-

Aufgerissen seine Feuerwunde!
Durch die Seele Höllenschmerz!
"Vater" floss es von des Jünglings Munde
"Sohn" gelispelt hat das Vaterherz
Eiskalt,eiskalt liegt er hier im Tuche,
und dein Traum so golden einst, so süß!
Süß und golden, Vater dir zum Fluche!
Deine Wonne und Dein Paradies!

Mild, wie, umweht von Elysiumslüften
wie, aus Auroras Umarmung geschlüpft,
himmlisch umgürtet mit rosigten Düften,
Florens Sohn über das blumenfelt hüpft,
flog er einher auf den lachenden Wiesen,
nachgespiegelt von silberner Fluth,
Wollustflammen entsprühten den Küssen,
jagten die Mädchen in liebende Gluth.

Mutig sprang er im Gewühle der Menschen,
wie auf Gebirgen ein jugendlich Reh;
Himmel umflog er in schweifenden Wünschen,
hoch wie die Adler in wolkigter Höh;
Stolz, wie die Rosse sich sträuben und schäumen,
werfen im Sturme die Mähnen umher,
königlich wider den Zügeln sich bäumen,
trat er vor Sklaven und Fürsten daher.

Heiter, wie Frühlingstag, schwand ihm das Leben,
floh ihm vorüber in Hesperus´Glanz,
Klagen ertränkt´er im Golde der Reben,
Schmerzen verhüpft´er im wirbelden Tanz.
Welte schliefen im herrlichen Jungen,
Ha! Wenn er einst zum Manne gereift-
freue dich, Vater- im herrlichen Jungen
wenn einst die schlafenden Keime gereift!

Nein doch, Vater- horch! Die Kirchhofthüre brauset,
und die ehrnen Angeln klirren auf-
Wie´s hinein ins Grabgewölbe grauset!-
Nein doch, lass den Thränen ihren Lauf!
Geh, du Holder, geh im Pfad der Sonne
freudig weiter der Vollendung zu,
lösche nun den edeln Durst nach Wonne,
Gramentbundner, in Walhallas Ruh!

Wiedersehen- himmlischer Gedanke!-
Wiedersehen dort an Edens Thor!
Horch! Der Sarg versingt mit dumpfigem Geschwanke,
wimmernd schnurrt das Todtenseil empor!
Da wir trunken um einander rollten,
Lippen schwiegen und das Auge sprach-
Haltet! Haltet!- Da wir boshaft grollten-
Aber Thränen stürzten wärmer nach--

Mit erhobnem Scheinen
steht der Mond auf todtenstillen Hainen,
seufzend streicht der Nachtgeist durch die Luft-
Nebelwolken schauern,
Sterne trauern
bleich herab, wie Lampen in der Gruft.
Dumpfig schollert´s überm Sarg zum Hügel-
O um Erdballs Schätze nur noch einen Blick!-
Starr und ewig schließt des Grabes Riegel,
Dumpfer- dumpfer schollert´s überm Sarg zum Hügel,
nimmer gibt das Grab zurück.
(By Schiller)



Friedrich Schiller- Schillers Glocke

Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muß die Glocke werden.
Frisch Gesellen, seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben,
Doch der Segen kommt von oben.

Zum Werke, daß wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.
So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten,
Was durch die schwache Kraft entspringt,
Den schlechten Mann muß man verachten,
Der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist's ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.

Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
Doch recht trocken laßt es sein,
Daß die eingepreßte Flamme
Schlage zu dem Schwalch hinein.
Kocht des Kupfers Brei,
Schnell das Zinn herbei,
Daß die zähe Glockenspeise
Fließe nach der rechten Weise.

Was in des Dammes tiefer Grube
Die Hand mit Feuers Hülfe baut,
Hoch auf des Turmes Glockenstube
Da wird es von uns zeugen laut.
Noch dauern wird's in späten Tagen
Und rühren vieler Menschen Ohr
Und wird mit dem Betrübten klagen
Und stimmen zu der Andacht Chor.
Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängnis bringt,
Das schlägt an die metallne Krone,
Die es erbaulich weiterklingt.

Weiße Blasen seh ich springen,
Wohl! Die Massen sind im Fluß.
Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
Das befördert schnell den Guß.
Auch von Schaume rein
Muß die Mischung sein,
Daß vom reinlichen Metalle
Rein und voll die Stimme schalle.

Denn mit der Freude Feierklange
Begrüßt sie das geliebte Kind
Auf seines Lebens erstem Gange,
Den es in Schlafes Arm beginnt;
Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
Die schwarzen und die heitern Lose,
Der Mutterliebe zarte Sorgen
Bewachen seinen goldnen Morgen.-
Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
Er stürmt ins Leben wild hinaus,
Durchmißt die Welt am Wanderstabe.
Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
Und herrlich, in der Jugend Prangen,
Wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
Mit züchtigen, verschämten Wangen
Sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
Da faßt ein namenloses Sehnen
Des Jünglings Herz, er irrt allein,
Aus seinen Augen brechen Tränen,
Er flieht der Brüder wilder Reihn.
Errötend folgt er ihren Spuren
Und ist von ihrem Gruß beglückt,
Das Schönste sucht er auf den Fluren,
Womit er seine Liebe schmückt.
O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
Der ersten Liebe goldne Zeit,
Das Auge sieht den Himmel offen,
Es schwelgt das Herz in Seligkeit.
O! daß sie ewig grünen bliebe,
Die schöne Zeit der jungen Liebe!

Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Dieses Stäbchen tauch ich ein,
Sehn wir's überglast erscheinen,
Wird's zum Gusse zeitig sein.
Jetzt, Gesellen, frisch!
Prüft mir das Gemisch,
Ob das Spröde mit dem Weichen
Sich vereint zum guten Zeichen.

Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da gibt es einen guten Klang.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Lieblich in der Bräute Locken
Spielt der jungfräuliche Kranz,
Wenn die hellen Kirchenglocken
Laden zu des Festes Glanz.
Ach! des Lebens schönste Feier
Endigt auch den Lebensmai,
Mit dem Gürtel, mit dem Schleier
Reißt der schöne Wahn entzwei.
Die Leidenschaft flieht!
Die Liebe muß bleiben,
Die Blume verblüht,
Die Frucht muß treiben.
Der Mann muß hinaus
Ins feindliche Leben,
Muß wirken und streben
Und pflanzen und schaffen,
Erlisten, erraffen,
Muß wetten und wagen,
Das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe,
Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.
Und drinnen waltet
Die züchtige Hausfrau,
Die Mutter der Kinder,
Und herrschet weise
Im häuslichen Kreise,
Und lehret die Mädchen
Und wehret den Knaben,
Und reget ohn Ende
Die fleißigen Hände,
Und mehrt den Gewinn
Mit ordnendem Sinn.
Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
Und ruhet nimmer.

Und der Vater mit frohem Blick
Von des Hauses weitschauendem Giebel
Überzählet sein blühendes Glück,
Siehet der Pfosten ragende Bäume
Und der Scheunen gefüllte Räume
Und die Speicher, vom Segen gebogen,
Und des Kornes bewegte Wogen,
Rühmt sich mit stolzem Mund:
Fest, wie der Erde Grund,
Gegen des Unglücks Macht
Steht mit des Hauses Pracht!
Doch mit des Geschickes Mächten
Ist kein ewger Bund zu flechten,
Und das Unglück schreitet schnell.

Wohl! nun kann der Guß beginnen,
Schön gezacket ist der Bruch.
Doch bevor wir's lassen rinnen,
Betet einen frommen Spruch!
Stoßt den Zapfen aus!
Gott bewahr das Haus!
Rauchend in des Henkels Bogen
Schießt's mit feuerbraunen Wogen.

Wohtätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft,
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.
Aus der Wolke
Quillt der Segen,
Strömt der Regen,
Aus der Wolke, ohne Wahl,
Zuckt der Strahl!
Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
Das ist Sturm!
Rot wie Blut
Ist der Himmel,
Das ist nicht des Tages Glut!
Welch Getümmel
Straßen auf!
Dampf wallt auf!
Flackernd steigt die Feuersäule,
Durch der Straße lange Zeile
Wächst es fort mit Windeseile,
Kochend wie aus Ofens Rachen
Glühn die Lüfte, Balken krachen,
Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Tiere wimmern
Unter Trümmern,
Alles rennet, rettet, flüchtet,
Taghell ist die Nacht gelichtet,
Durch der Hände lange Kette
Um die Wette
Fliegt der Eimer, hoch im Bogen
Sprützen Quellen, Wasserwogen.
Heulend kommt der Sturm geflogen,
Der die Flamme brausend sucht.
Prasselnd in die dürre Frucht
Fällt sie in des Speichers Räume,
In der Sparren dürre Bäume,
Und als wollte sie im Wehen
Mit sich fort der Erde Wucht
Reißen, in gewaltger Flucht,
Wächst sie in des Himmels Höhen
Riesengroß!
Hoffnungslos
Weicht der Mensch der Götterstärke,
Müßig sieht er seine Werke
Und bewundernd untergehn.

Leergebrannt
Ist die Stätte,
Wilder Stürme rauhes Bette,
In den öden Fensterhöhlen
Wohnt das Grauen,
Und des Himmels Wolken schauen
Hoch hinein.

Einen Blick
Nach den Grabe
Seiner Habe
Sendet noch der Mensch zurück -
Greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
Ein süßer Trost ist ihm geblieben,
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.

In die Erd ist's aufgenommen,
Glücklich ist die Form gefüllt,
Wird's auch schön zutage kommen,
Daß es Fleiß und Kunst vergilt?
Wenn der Guß mißlang?
Wenn die Form zersprang?
Ach! vielleicht indem wir hoffen,
Hat uns Unheil schon getroffen.

Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde
Vertrauen wir der Hände Tat,
Vertraut der Sämann seine Saat
Und hofft, daß sie entkeimen werde
Zum Segen, nach des Himmels Rat.
Noch köstlicheren Samen bergen
Wir trauernd in der Erde Schoß
Und hoffen, daß er aus den Särgen
Erblühen soll zu schönerm Los.

Von dem Dome,
Schwer und bang,
Tönt die Glocke
Grabgesang.
Ernst begleiten ihre Trauerschläge
Einen Wandrer auf dem letzten Wege.

Ach! die Gattin ist's, die teure,
Ach! es ist die treue Mutter,
Die der schwarze Fürst der Schatten
Wegführt aus dem Arm des Gatten,
Aus der zarten Kinder Schar,
Die sie blühend ihm gebar,
Die sie an der treuen Brust
Wachsen sah mit Mutterlust -
Ach! des Hauses zarte Bande
Sind gelöst auf immerdar,
Denn sie wohnt im Schattenlande,
Die des Hauses Mutter war,
Denn es fehlt ihr treues Walten,
Ihre Sorge wacht nicht mehr,
An verwaister Stätte schalten
Wird die Fremde, liebeleer.

Bis die Glocke sich verkühlet,
Laßt die strenge Arbeit ruhn,
Wie im Laub der Vogel spielet,
Mag sich jeder gütlich tun.
Winkt der Sterne Licht,
Ledig aller Pflicht
Hört der Pursch die Vesper schlagen,
Meister muß sich immer plagen.

Munter fördert seine Schritte
Fern im wilden Forst der Wandrer
Nach der lieben Heimathütte.
Blökend ziehen
Heim die Schafe,
Und der Rinder
Breitgestirnte, glatte Scharen
Kommen brüllend,
Die gewohnten Ställe füllend.
Schwer herein
Schwankt der Wagen,
Kornbeladen,
Bunt von Farben
Auf den Garben
Liegt der Kranz,
Und das junge Volk der Schnitter
Fliegt zum Tanz.
Markt und Straße werden stiller,
Um des Lichts gesellge Flamme
Sammeln sich die Hausbewohner,
Und das Stadttor schließt sich knarrend.
Schwarz bedecket
Sich die Erde,
Doch den sichern Bürger schrecket
Nicht die Nacht,
Die den Bösen gräßlich wecket,
Denn das Auge des Gesetzes wacht.

Heilge Ordnung, segenreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
Frei und leicht und freudig bindet,
Die der Städte Bau begründet,
Die herein von den Gefilden
Rief den ungesellgen Wilden,
Eintrat in der Menschen Hütten,
Sie gewöhnt zu sanften Sitten
Und das teuerste der Bande
Wob, den Trieb zum Vaterlande!

Tausend fleißge Hände regen,
helfen sich in munterm Bund,
Und in feurigem Bewegen
Werden alle Kräfte kund.
Meister rührt sich und Geselle
In der Freiheit heilgem Schutz.
Jeder freut sich seiner Stelle,
Bietet dem Verächter Trutz.
Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis,
Ehrt den König seine Würde,
Ehret uns der Hände Fleiß.

Holder Friede,
Süße Eintracht,
Weilet, weilet
Freundlich über dieser Stadt!
Möge nie der Tag erscheinen,
Wo des rauhen Krieges Horden
Dieses stille Tal durchtoben,
Wo der Himmel,
Den des Abends sanfte Röte
Lieblich malt,
Von der Dörfer, von der Städte
Wildem Brande schrecklich strahlt!

Nun zerbrecht mir das Gebäude,
Seine Absicht hat's erfüllt,
Daß sich Herz und Auge weide
An dem wohlgelungnen Bild.
Schwingt den Hammer, schwingt,
Bis der Mantel springt,
Wenn die Glock soll auferstehen,
Muß die Form in Stücke gehen.

Der Meister kann die Form zerbrechen
Mit weiser Hand, zur rechten Zeit,
Doch wehe, wenn in Flammenbächen
Das glühnde Erz sich selbst befreit!
Blindwütend mit des Donners Krachen
Zersprengt es das geborstne Haus,
Und wie aus offnem Höllenrachen
Speit es Verderben zündend aus;
Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
Da kann sich kein Gebild gestalten,
Wenn sich die Völker selbst befrein,
Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.

Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
Der Feuerzunder still gehäuft,
Das Volk, zerreißend seine Kette,
Zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocken Strängen
Der Aufruhr, daß sie heulend schallt
Und, nur geweiht zu Friedensklängen,
Die Losung anstimmt zur Gewalt.

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist's, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.

Freude hat mir Gott gegeben!
Sehet! Wie ein goldner Stern
Aus der Hülse, blank und eben,
Schält sich der metallne Kern.
Von dem Helm zum Kranz
Spielt's wie Sonnenglanz,
Auch des Wappens nette Schilder
Loben den erfahrnen Bilder.

Herein! herein!
Gesellen alle, schließt den Reihen,
Daß wir die Glocke taufend weihen,
Concordia soll ihr Name sein,
Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
Versammle sich die liebende Gemeine.

Und dies sei fortan ihr Beruf,
Wozu der Meister sie erschuf!
Hoch überm niedern Erdenleben
Soll sie im blauen Himmelszelt
Die Nachbarin des Donners schweben
Und grenzen an die Sternenwelt,
Soll eine Stimme sein von oben,
Wie der Gestirne helle Schar,
Die ihren Schöpfer wandelnd loben
Und führen das bekränzte Jahr.
Nur ewigen und ernsten Dingen
Sei ihr metallner Mund geweiht,
Und stündlich mit den schnellen Schwingen
Berühr im Fluge sie die Zeit,
Dem Schicksal leihe sie die Zunge,
Selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
Begleite sie mit ihrem Schwunge
Des Lebens wechselvolles Spiel.
Und wie der Klang im Ohr vergehet,
Der mächtig tönend ihr erschallt,
So lehre sie, daß nichts bestehet,
Daß alles Irdische verhallt.

Jetzo mit der Kraft des Stranges
Wiegt die Glock mir aus der Gruft,
Daß sie in das Reich des Klanges
Steige, in die Himmelsluft.
Ziehet, ziehet, hebt!
Sie bewegt sich, schwebt,
Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sei ihr erst Geläute.

Friedrich Schiller





Goethe:

Goethe- Freudvoll

Freudvoll
und Leidvoll,
Gedanken voll sein;
Langen
und bangen
in schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt,
glücklich allein
ist die Seele, die liebt.

Goethe- Pein und Lust

Für wahr es wechselt Pein und Lust,
genieße wenn du kannst und leide wenn du musst.

Goethe- Faust part I

Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht, dennalles, was entsteht,
ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär´s, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt
Mein eigentliches Element.




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